Training in der Perimenopause - wie du ab 40 zyklisch trainierst und Muskeln aufbaust.
- Melanie Berger

- 19. Feb.
- 4 Min. Lesezeit

Viele Frauen sagen mir: „Früher hat mein Training so toll gewirkt. Jetzt schwankt alles nur noch.“
Manche Wochen fühlen sich kraftvoll an. Andere müde. Manchmal baust du Muskeln auf – und im nächsten Monat fühlt sich der Körper weich und instabil an.
Und dann kommt schon schnell mal der Gedanke: Mit mir stimmt etwas nicht.
Doch das stimmt so nicht. Was sich verändert hat, ist dein hormonelles Umfeld.
Was bedeutet zyklisch leben – gerade in der Perimenopause?
Zyklisch leben heißt nicht, dass dein Zyklus perfekt regelmäßig sein muss. Genau das ist er in der Perimenopause oft nicht mehr. Er wird kürzer, länger, unvorhersehbarer. Manchmal bleibt der Eisprung aus. Manchmal kommt die Blutung früher als gedacht. Und trotzdem bleibt dein Körper auch jetzt rhythmisch.
Östrogen und Progesteron schwanken weiterhin – nur weniger berechenbar als noch vor ein paar Jahren. Diese Schwankungen beeinflussen:
Energie
Regeneration
Schlaf
Stimmung
Muskelaufbau
Hungergefühl
Stressreaktion
Wenn du weiterhin jeden Monat identisch trainierst als wärst du 25, ignorierst du diese Veränderungen. Und genau das führt häufig zu Frust. Zyklisch leben bedeutet nicht, weniger zu leisten. Es bedeutet vor allem, klüger zu steuern.
Die vier Phasen – und was sie in der Perimenopause bedeuten
Auch wenn dein Zyklus nicht mehr exakt 28 Tage dauert, lassen sich bestimmte Muster noch immer gut erkennen.
1. Menstruationsphase – die Regenerationsphase

Während der Blutung sind Östrogen und Progesteron niedrig. Viele Frauen fühlen sich ruhiger, empfindlicher oder schneller erschöpft. Das Training in dieser Phase sollte durchblutungsfördernd und regulierend sein:
sanftes Pilates
Atemarbeit
Mobility
ruhiges Yoga
Spaziergänge
Zwei bis drei moderate Einheiten pro Woche reichen jetzt völlig aus. Wenn dein Körper Pause möchte, ist eine Pause auch sinnvoll. Die Ernährung darf jetzt nährend, regelmäßig und warm sein. Viele Frauen verlieren durch die stärkeren Blutungen mehr Eisen – hier sind Hülsenfrüchte, grünes Blattgemüse oder eisenreiche Lebensmittel sinnvoll. Kombiniere sie mit Vitamin C für bessere Aufnahme. Achtung: Jetzt ist nicht der Moment für Kaloriendefizit oder extremes Intervalltraining.
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2. Follikelphase – Aufbau und Klarheit
Nach der Blutung steigt Östrogen an. Viele Frauen berichten hier von mehr Energie und Motivation. Das ist eine also eine gute Phase für Krafttraining. Zwei bis drei gezielte Kraftreize pro Woche sind sinnvoll. Pilates darf fordernder sein, eventuell Gewichte beim Trainer verlangen. Progression ist möglich. Auch moderate Intervalle werden besser vertragen. Zum Beispiel 1 min Training, 15 Sekunden Pause.
Wichtig: Ab 40 reagiert der Körper träger auf Trainingsreize als mit 25. Das bedeutet nicht, dass du nichts aufbaust. Es bedeutet, dass du Struktur brauchst.
Die Ernährung darf jetzt leichter sein, wenn der Appetit geringer ist. Dennoch bleibt Protein wichtig für Muskelaufbau und Regeneration muss aber bitte nicht übertrieben werden!
3. Ovulation – leistungsfähig, aber nicht unendlich belastbar
Wenn ein Eisprung stattfindet, erleben viele Frauen eine Phase mit hoher Energie. Auch in der Perimenopause gibt es Tage mit deutlich mehr Kraft.
Hier sind intensivere Einheiten möglich:
kraftvolles Ganzkörpertraining
moderates Intervalltraining
anspruchsvolleres Reformer-Training
Aber Vorsicht:
Deine Regenerationsfähigkeit ist nicht mehr dieselbe wie mit 25. Intensität braucht immer Ausgleich. Zwei bis drei intensivere Einheiten sind ausreichend. Mehr ist selten sinnvoll.
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4. Lutealphase – sensibler, nicht schwächer

Die Lutealphase ist in der Perimenopause oft die herausforderndste Zeit. Progesteron schwankt stark. Viele Frauen berichten von:
schlechterem Schlaf
Wassereinlagerungen
stärkerem Hunger
Reizbarkeit
geringerer Belastbarkeit
Training sollte hier in dieser Phase an deine Verfassung angepasst werden:
moderates Krafttraining mit Fokus auf Technik
mehr Kontrolle statt Tempo
Yoga oder längere Spaziergänge
weniger hochintensive Intervalle
Zwei moderate Kraftreize pro Woche reichen. Der Rest darf regulierend sein.
Die Ernährung ist jetzt entscheidend. Der Energiebedarf kann leicht steigen. Wer jetzt stark reduziert, erhöht den Stress im Körper und fordert Heißhungeranfälle heraus. Komplexe Kohlenhydrate, ausreichend Protein und regelmäßige Mahlzeiten stabilisieren den Blutzucker.
Wie viel Training ist in der Perimenopause sinnvoll?
Für viele Frauen funktioniert folgende Struktur gut:
2–3 Krafttrainings pro Woche
1–2 moderate Ausdauereinheiten
1–2 regulierende Einheiten (Yoga, Mobility, Atemarbeit)
mindestens 1 kompletter Ruhetag
Nicht jede Woche muss identisch sein. Deine Energie entscheidet. Mehr Training führt nicht automatisch zu besseren Ergebnissen. Gerade in der Perimenopause kann zu viel Intensität bei zu wenig Erholung:
Schlaf verschlechtern
Bauchfett begünstigen
Muskelaufbau hemmen
Erschöpfung fördern
Ein angepasster Rhythmus bringt dir die Stabilität von früher zurück.
Ernährung in der Perimenopause – zyklisch gedacht

Zyklisch essen bedeutet nicht Diät nach Kalender. Es bedeutet Anpassung an die einzelnen Phasen.
In energiearmen Phasen:
mehr Wärme
regelmäßige Mahlzeiten
ausreichend Kohlenhydrate
gute Eiweißquellen
In energiereichen Phasen:
leichter essen, wenn der Appetit geringer ist
dennoch Protein nicht vergessen
Der größte Fehler ist Starrheit, essen nach fixen Plänen. Dein Körper ist kein statisches System. Er braucht Spielraum und Freiheit.
Warum zyklisches Training ab 40 so wichtig ist
In der Perimenopause reagiert dein Körper sensibler auf Stress. Intensives Training ohne Anpassung wirkt nicht mehr wie früher.
Zyklisch leben heißt:
nicht jeden Monat gleich trainieren
nicht jede Woche gleich essen
nicht gegen Müdigkeit ankämpfen
sondern mit dem Rhythmus arbeiten
Wenn du das verinnerlichst, verändert sich viel aber vor allem:
weniger Frust
bessere Regeneration
stabilerer Muskelaufbau
klareres Körpergefühl
Fazit
Zyklisch leben in der Perimenopause ist kein Trend wie es auf Social Media gerne verkauft wird. Es ist eine intelligente Anpassung an eine neue Lebensphase. Dein Körper ist nicht unzuverlässig. Er ist einfach nur keine 25 mehr. Wenn du lernst, Training und Ernährung flexibel an deinen Rhythmus anzupassen, entsteht etwas, das viele Frauen verloren haben: Vertrauen in den eigenen Körper
In meiner Mindful Body Pilates Videothek findest du strukturierte Programme für jede Energiephase – von kraftvollem Aufbau bis zu regulierenden Einheiten für sensible Tage.










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